Am 7. und 8.9.2007 startete die mit großer Spannung erwartete "Back to the
Roots"-Tour mit Konzerten in Bielefeld und Bremen. Doch bevor Daniel
mit neuen Songs und neuer Band im Gepäck in Bielefeld als bayrischer
Cowboy die Bühne stürmte, hatte die Vor-gruppe "Slays" mit Frontfrau
Lisa einen sympathischen und von ihren Anhängern lautstark gefeierten Auftritt.

Mit Jeans, Karo-hemd und stilecht-em Cowboyhut kam Daniel
dann unter großem Jubel der Fans auf die Bühne der gut gefüllten
Bielefeld-er Stadthalle und begann mit "Ent-flammte Freund-schaft",
das vor Jahresfrist an gleicher Stelle Premiere hatte, dieses Mal
von der neuen Band "Starlight" eher poppig begleitet. Danach kam
ein früher Höhepunkt des Konzerts mit der erstmals gesungenen Ballade
"Show me the fire" und Daniel, der gleich von Anfang an zeigte,
dass er in Bielefeld die ganze Bühne zu seiner Entfaltung brauchte.
Immer wieder aufgelockert durch unterhaltsame Einlagen und Wortgeplänkel
mit Backgroundsängerin Micky ging es weiter mit "Click", dem ersten
Song, der Country-Stimmung aufkommen ließ, gefolgt von "You are
my friends", das Daniel den Fans widmete. Bei "Country Roads", von
Daniel als "Mitsing-Lied" angekündigt, ging die Stimmung dann erstmals
auf den Siedepunkt.
Nach "Hold on sweet darling", dem Lied, "das
der Mann aus der Becks-Werbung geschrieben hat (O-Ton-Daniel)",
ging ein Raunen durchs Publikum, als Daniel den nächsten Song ankündigte:
"Amazing grace". Man hätte wohl eine Stecknadel fallen hören, als
Daniel die ersten Töne intonierte, erst leise, fast zurück haltend,
und sich dann immer weiter in das Lied "hineinsteigerte" bis er
am Ende am Bühnenrand frei improvisierte: "I once was lost, but
now I am found, Was blind, but now I see." Nach der atemlosen Stille
folgten minutenlange Standing Ovations dieser außergewöhnlich intensiven
Gesangsdarbietung. Mit den Country-Klängen von "A Cowboy in the
city" verabschiedete Daniel die Band in die Pause und blieb alleine
auf der Bühne, nahm seine Gitarre und begleitete sich selbst zu
"I wanna go back home", das von ihm selbst komponiert wurde. Daniels
Stimme zur anspruchsvollen Melodie so reduziert und pur dargeboten
war sicher einer der Höhepunkte des Tourauftakts.
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Nach der Pause dann ein neues Outfit, Daniel als charmanter jugendlicher Neuzeit-Cowboy
in Jeans, schwarzem Shirt mit buntem Aufdruck und schwarzem Hut,
der Daniel wirklich sehr gut stand. Nach "Fliegen" folgte "Stand
by me", zu dem er in Bielefeld Slays-Sängerin Lisa nochmals auf
die Bühne holte und mit ihr den alten Konzert-Klassiker sehr kraftvoll
interpretierte. Bei "Zero to Sexy", das von den Fans als neue Stimmungshymne
gefeiert wurde, gab es dann auf den Rängen und auf der Bühne kein
Halten mehr. Daniel fegte wie ein Orkan über die Bühne und durch
den Saal und zeigte alte Entertainer-Qualitäten, die die Fans in
den voran gegangenen Jazz-Konzerten ein wenig vermisst hatten. Mit
"Back to roots" als Tourmotto ging es für Daniel nicht nur zurück
zu den Wurzeln im bayrischen Texas, wie er sich scherzhaft mit rauchiger
Stimme vorstellte: "Hey, my name ist Daniel Küblböck ... from Texas,
Bayern", sondern auch zu seinen eigenen Wurzeln als extrovertierter Bühnen-Derwisch.
Dass er dabei ein wenig außer Puste kam, kommentierte er mit einem Augenzwinkern
in Bezug auf sein fortgeschrittenes Alter. Etwas erholen konnte
er sich bei den ruhigeren Stücken "You can't touch her there" und
dem Elvis-Cover "Always on my mind", bevor "Hey" als immer noch
und immer wieder wunderschöne Ballade im neuen Programm nicht fehlen
durfte. Einen echter Zungenbrecher, den man als "Deutscher eigentlich
gar nicht singen könne" (Daniel) gab es mit "Hi diddle diddle",
einem weiteren Stimmungshöhepunkt, dem der Cash-Klassiker "Ring
of fire" folgte. Mit dem seinem Bruder gewidmetem Lied "Brother
of mine", in Bremen vom Komponisten Steve Sledge selbst auf der
Gitarre begleitet, endete die zweite Hälfte des Konzerts unter großem
Applaus des Publikums und Zugaberufen. Daniel und seine Band ließen
sich nicht lange bitten und zogen bei der Zugabe von "Born in Bavaria"
und dem zweiten "Zero to sexy" noch einmal alle Register.
Nach dem gelungenen Tourauftakt in Bielefeld bot das Konzert in Bremen eine
etwas intimere und sehr stimmungsvolle Atmosphäre in der "Glocke".
Daniel nahm immer wieder Bezug zu den in der ersten Reihe anwesenden
Songwritern Steve Sledge und Alfred Schüch, die einen Teil der neuen
"Back to the Roots"-Songs geschrieben haben. Ein bisschen nervös war
Daniel dann bei "I wanna go back home", dessen selbstkomponierte
Melodie er zum ersten Mal vor Schüch sang, der den Text dazu geschrieben
hat. In der zweiten Hälfte wurde die altehrwürdige Glocke dann zum
Hexenkessel und die Stimmung steigerte sich bis zur Zugabe von "Zero
to sexy", zu dem Daniel noch einmal Steve Sledge auf die Bühne bat.
Zum Abschluss des langen Konzertwochenendes gab Daniel im Anschluss
noch eine Autogrammstunde.
Text: Andrea Grothe · Foto: lennah
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