zurück zur Startseite
Aktuelles/Kommentare 9/30
November 2007
"My name is Daniel Küblböck, I come from Texas ... Bayern"
Umjubelter Start der "Back to the Roots"-Tour in Bielefeld und Bremen
Am 7. und 8.9.2007 startete die mit großer Spannung erwartete "Back to the Roots"-Tour mit Konzerten in Bielefeld und Bremen. Doch bevor Daniel mit neuen Songs und neuer Band im Gepäck in Bielefeld als bayrischer Cowboy die Bühne stürmte, hatte die Vor-gruppe "Slays" mit Frontfrau Lisa einen sympathischen und von ihren Anhängern lautstark gefeierten Auftritt.
Foto: lennah Mit Jeans, Karo-hemd und stilecht-em Cowboyhut kam Daniel dann unter großem Jubel der Fans auf die Bühne der gut gefüllten Bielefeld-er Stadthalle und begann mit "Ent-flammte Freund-schaft", das vor Jahresfrist an gleicher Stelle Premiere hatte, dieses Mal von der neuen Band "Starlight" eher poppig begleitet. Danach kam ein früher Höhepunkt des Konzerts mit der erstmals gesungenen Ballade "Show me the fire" und Daniel, der gleich von Anfang an zeigte, dass er in Bielefeld die ganze Bühne zu seiner Entfaltung brauchte. Immer wieder aufgelockert durch unterhaltsame Einlagen und Wortgeplänkel mit Backgroundsängerin Micky ging es weiter mit "Click", dem ersten Song, der Country-Stimmung aufkommen ließ, gefolgt von "You are my friends", das Daniel den Fans widmete. Bei "Country Roads", von Daniel als "Mitsing-Lied" angekündigt, ging die Stimmung dann erstmals auf den Siedepunkt.
Nach "Hold on sweet darling", dem Lied, "das der Mann aus der Becks-Werbung geschrieben hat (O-Ton-Daniel)", ging ein Raunen durchs Publikum, als Daniel den nächsten Song ankündigte: "Amazing grace". Man hätte wohl eine Stecknadel fallen hören, als Daniel die ersten Töne intonierte, erst leise, fast zurück haltend, und sich dann immer weiter in das Lied "hineinsteigerte" bis er am Ende am Bühnenrand frei improvisierte: "I once was lost, but now I am found, Was blind, but now I see." Nach der atemlosen Stille folgten minutenlange Standing Ovations dieser außergewöhnlich intensiven Gesangsdarbietung. Mit den Country-Klängen von "A Cowboy in the city" verabschiedete Daniel die Band in die Pause und blieb alleine auf der Bühne, nahm seine Gitarre und begleitete sich selbst zu "I wanna go back home", das von ihm selbst komponiert wurde. Daniels Stimme zur anspruchsvollen Melodie so reduziert und pur dargeboten war sicher einer der Höhepunkte des Tourauftakts.
Nach der Pause dann ein neues Outfit, Daniel als charmanter jugendlicher Neuzeit-Cowboy in Jeans, schwarzem Shirt mit buntem Aufdruck und schwarzem Hut, der Daniel wirklich sehr gut stand. Nach "Fliegen" folgte "Stand by me", zu dem er in Bielefeld Slays-Sängerin Lisa nochmals auf die Bühne holte und mit ihr den alten Konzert-Klassiker sehr kraftvoll interpretierte. Bei "Zero to Sexy", das von den Fans als neue Stimmungshymne gefeiert wurde, gab es dann auf den Rängen und auf der Bühne kein Halten mehr. Daniel fegte wie ein Orkan über die Bühne und durch den Saal und zeigte alte Entertainer-Qualitäten, die die Fans in den voran gegangenen Jazz-Konzerten ein wenig vermisst hatten. Mit "Back to roots" als Tourmotto ging es für Daniel nicht nur zurück zu den Wurzeln im bayrischen Texas, wie er sich scherzhaft mit rauchiger Stimme vorstellte: "Hey, my name ist Daniel Küblböck ... from Texas, Bayern", sondern auch zu seinen eigenen Wurzeln als extrovertierter Bühnen-Derwisch.
Dass er dabei ein wenig außer Puste kam, kommentierte er mit einem Augenzwinkern in Bezug auf sein fortgeschrittenes Alter. Etwas erholen konnte er sich bei den ruhigeren Stücken "You can't touch her there" und dem Elvis-Cover "Always on my mind", bevor "Hey" als immer noch und immer wieder wunderschöne Ballade im neuen Programm nicht fehlen durfte. Einen echter Zungenbrecher, den man als "Deutscher eigentlich gar nicht singen könne" (Daniel) gab es mit "Hi diddle diddle", einem weiteren Stimmungshöhepunkt, dem der Cash-Klassiker "Ring of fire" folgte. Mit dem seinem Bruder gewidmetem Lied "Brother of mine", in Bremen vom Komponisten Steve Sledge selbst auf der Gitarre begleitet, endete die zweite Hälfte des Konzerts unter großem Applaus des Publikums und Zugaberufen. Daniel und seine Band ließen sich nicht lange bitten und zogen bei der Zugabe von "Born in Bavaria" und dem zweiten "Zero to sexy" noch einmal alle Register.
Nach dem gelungenen Tourauftakt in Bielefeld bot das Konzert in Bremen eine etwas intimere und sehr stimmungsvolle Atmosphäre in der "Glocke". Daniel nahm immer wieder Bezug zu den in der ersten Reihe anwesenden Songwritern Steve Sledge und Alfred Schüch, die einen Teil der neuen "Back to the Roots"-Songs geschrieben haben. Ein bisschen nervös war Daniel dann bei "I wanna go back home", dessen selbstkomponierte Melodie er zum ersten Mal vor Schüch sang, der den Text dazu geschrieben hat. In der zweiten Hälfte wurde die altehrwürdige Glocke dann zum Hexenkessel und die Stimmung steigerte sich bis zur Zugabe von "Zero to sexy", zu dem Daniel noch einmal Steve Sledge auf die Bühne bat.
Zum Abschluss des langen Konzertwochenendes gab Daniel im Anschluss noch eine Autogrammstunde.
Text: Andrea Grothe · Foto: lennah
 
Online-Magazin Im Endeffekt Ausgabe 14· © 2003 - 2007 danielwelt.de · Impressum · Printausgabe