IE: Den letzten Jahreswechsel hast du wieder gemeinsam mit deinen Fans gefeiert und diesmal mit einem Retro-Konzert die letzten 7 Jahre Revue passieren lassen. Nun gibt es dazu passend bald das „Best of“-Album. Wie war das für dich, diese alten Songs – fast wie aus einer anderen Zeit – wieder hervorzuholen und – auch mit der Band - ganz neu zu arrangieren?
Daniel: Es ist natürlich ganz faszinierend, wenn man so vielen alten Songs so ein neues Gewand gibt. Und das Schöne ist einfach auch, dass man wirklich darüber auch immer wieder Erinnerungen weckt, nicht nur bei mir, sondern auch beim Publikum. Jeder hat ja für sich einzeln etwas erlebt mit diesen Songs, wie z.B. beim "Rebell" oder "Liebe Nation". Ich hab "Liebe Nation" in Florida damals geschrieben, als ich im Urlaub war – und da kommen eben so Erinnerungen hoch, als ich da am Strand lag und mir den Zettel in die Hand genommen hab und dieses Lied geschrieben hab… das war dann schon was Besonderes… Und natürlich Silvester zu feiern mit meinem Publikum, das mich seit Jahren begleitet, war eine sehr schöne Erfahrung. Man freut sich dann auch wirklich immer aufs neue Jahr und sagt: „Ach, wenn das Jahr so schön endet und gleichzeitig so toll anfängt, dann kann's ja nur besser werden.
IE: Hast du schon Pläne für Silvester 2010?
Daniel: Es wird 2010 kein Silvesterkonzert geben, und zwar einfach aus dem Grund, weil ich natürlich auch gerne mal wieder für mich privat feiern möchte. Ich hab mir dieses Jahr vorgenommen, auch mal wieder so'n bissl im engeren Kreise zu feiern und deswegen wird es dieses Jahr kein Silvester(konzert) geben, aber dann vielleicht nächstes Jahr 2011 wieder.
IE: Das kann man ja auch verstehen…
Daniel: Man muss ja ganz ehrlich sagen, der Aufwand, der dann darum betrieben wird, ist doch sehr groß und bedarf auch sehr viel Zeit und deswegen ist es natürlich schon so, dass ich auch sag, man muss auch dann mal wieder für sich oder für seine Lieben sich die Zeit nehmen. Man hat ja doch beim Silvesterkonzert nicht die Möglichkeit, wirklich intensiv jetzt mit der Familie auch zu feiern, sondern man beschäftigt sich mit dem kompletten Publikum, das da ist und ich hab versprochen, nächstes Mal wieder ein bissl Engeres zu machen.
IE: Warst du denn überrascht über so manches Abstimmungsergebnis der Songs?
Daniel: Ich muss wirklich sagen, die Fans haben da ein sehr gutes Händchen, das ist eine sehr gute Auswahl gewesen, auch eine sehr abwechslungsreiche Auswahl. Es hätte ja auch sein können, dass z.B. sehr viele deutsche Songs dominiert hätten, wie aus dem „Liebe-Nation“-Album oder vielleicht sehr viele von der PE-Tour… das war eigentlich sehr abwechslungsreich, man hat das Gefühl gehabt, die Leute haben mir ja fast dadurch ein komplettes „Best of“ zusammengestellt. Da muss ich schon sagen, besser hätte ich es nicht selbst entscheiden können.
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IE: Viele der alten Songs, wie Teenage Tears z.B., wurden ja auch komplett umarrangiert… Kommen die Ideen von dir oder ist das ein Zusammenspiel mit der Band?
Daniel: Die Songs haben natürlich – hat man ja auch im Köln-Konzert jetzt gemerkt – ein ganz neues Gewand bekommen, "Teenage Tears" oder auch "My life is magic"… Ich muss sagen, es war für mich auch ganz wichtig, dass meine Band da auch nicht zu kurz kommt, dass die auch ihre eigene Kreativität mit einbringen. Das sind so Sachen, die natürlich den Songs dann wieder einen ganz neuen Schliff geben und ein ganz neues Gewand geben, dadurch glänzt natürlich jeder Song auf seine Weise ganz neu. Und das ist etwas wo ich schon sagen muss, es hat mir sehr viel Spaß gemacht, das alles neu mit der Band einzuüben. Da hab ich teilweise fast das Gefühl, als würde ich so ein Revival erleben, so als wenn ich wirklich die Songs ganz neu komponiert hätte und die komplett neu sind. Also mir ist es vor allem bei "My life is magic" so gegangen. Ich mochte die Nummer eigentlich nie so… das ist eigentlich ganz faszinierend, viele Fans mögen die… und ich hab die total eigentlich gar nicht gerne gemocht, ich fand die irgendwie so „kitschig“, ich weiß jetzt nicht, wie ich das erklären soll… (lacht)
Damals hat es einfach gut zu dem Film „Daniel der Zauberer“ gepasst und ich hab mich dazu auch irgendwo so’n bisschen überreden lassen und hab gesagt okay, das hat die Schwägerin vom Uli Lommel geschrieben diese Nummer. Ich hab mich dann überreden lassen und hab gesagt: Okay, dann nehm ich die mit ins Programm und ich fand immer, dass die ein bisschen an Dieter Bohlen erinnert wie damals Modern Talking, durch den Beat und durch den Takt. Und jetzt aber gefällt sie mir total, also ich find, dass das Lied jetzt auch so, wie wir es jetzt in Köln gespielt haben, einfach wirklich ne super schöne Pop-Nummer ist, auch so’n bisschen balladig, aber sonst auch schneller wird… hat mir sehr sehr gut gefallen.
IE: Sowohl die Jazz-meets-Blues- als auch die Weihnachts-CD waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Wie kalkulierst du die Stückzahlen?
Daniel: Ich muss dazu sagen, dass ich jetzt nicht darüber reden will, wie ich kalkuliere. Das ist natürlich ein betriebsinternes - ja, Geheimnis, kann man fast schon sagen. Ich meine, ich frag ja jetzt auch nicht irgendwo anders „wie kalkulieren Sie das“… Da bin ich schon ehrlich, das sind so Sachen oder Entscheidungen, die ich halt selber treffe und wo ich halt davon ausgehe, dass die richtig sind, ich bin immer eher der Meinung, dass es wichtig ist, dass die Sachen auch verkauft werden und auch irgendwann ausverkauft sind, als wenn man die jetzt monate- und jahrelang rumschleppt und immer wieder am Fanshop anbietet. Ich möchte es eigentlich so machen, dass ich meinen Fanshop so gestalten kann, dass er auch fürs Publikum jedes Mal wieder neu ist und auch die Produkte immer wieder attraktiv bleiben und da kann ich
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