Der fröhliche Weinberg
Aufzeichnung am 13.07.2007 in Besigheim
Mein Weg nach Besigheim beginnt um ca. 6 Uhr morgens, als ich ins Auto steige
und mich erst einmal auf den Weg zum Hauptbahnhof in Bonn mache,
um meine Mitfahrerin dort abzuholen. Gut gelaunt machen wir uns
auf den Weg nach Besigheim und auch das Wetter meint es gut mit
uns, wir fahren durch den frühmorgendlichen Sonnenschein. Nach einigen
Pausen und ein paar Hundert Kilometern kommen wir gegen Mittag in
Besigheim an. Erstmal einen Parkplatz suchen, was sich in dieser
kleinen Stadt als gar nicht so einfach herausstellt. Am Ende parken
wir am Park&Ride-Parkplatz am Bahnhof.
Nachdem ich noch dreimal
was im Auto vergesse und immer wieder nach einigen Metern zurücklaufen
muss, machen wir uns endlich auf den Weg zum Marktplatz. Ein recht
kleiner, überschaubarer, aber sehr schöner Marktplatz, der ein bisschen
etwas märchenartigen Charakter hat. An einigen Tischen sitzen bereits
uns bekannte Fans und haben das Glück, dass uns Plätze am Tisch
direkt vor der Bühne freigehalten worden sind. Etwas erschöpft von
der Fahrt lasse ich mich auf den freien Stuhl fallen und schaue
Richtung Himmel. Die Sonne brennt ganz schön, es ist wirklich unerwartet
heiß – und nicht wirklich Schatten in Sicht. Nach wenigen Augenblicken
ist mir fast schon zu heiß, aber auch das muss nun ausgehalten werden.
Es dauert nicht lange, bis Daniel auftaucht und ebenfalls in Richtung
Bühne schlendert. Er blickt sich um und grüsst die anwesenden Fans.
Ich freue mich, dass dies so
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locker abläuft. Ein paar ältere Leute bekommen von Daniel ein Autogramm.
Kurze Zeit später soll die Probe sein. Der Moderator kündigt seine Gäste an und
auch Daniel hat einen Durchlauf in dieser Probe. Zuerst singt er "Born in Bavaria", bei
welchem er sich auch ins Publikum bewegt und sich direkt auf unseren
Tisch draufsetzt. Anschließend folgt "Fly me to the moon" mit vielen
Tanzeinlagen von Daniel. Das scheint ein vielversprechender Tag
zu werden... Die anderen Künstler, u.a. Roberto Blanco, von denen
keine Fans vor Ort sind (zumindest habe ich keine gesehen), werden
von uns nett beklatscht, aber ein bisschen Euphorie schwingt nur bei Daniel mit.
Nach der Probe wird uns gesagt, dass am Nachmittag
die Generalprobe stattfinden soll. Später kommt jemand von der Produktion
zu uns und weist uns darauf hin, dass die Tische, an denen wir sitzen,
für die Aufzeichnung am Abend reserviert sind. Leider gibt es daran
nichts zu rütteln, aber zumindest für die Generalprobe dürfen wir
an unserem Tisch sitzen bleiben. Sowieso heisst es sitzen bleiben
und einfach warten. Zum Glück versorgt uns das Café nebenan mit
Getränken und zwischendurch laufen wir mal ein wenig durch Besigheim
auf der Suche nach etwas zu Essen. Wir konnten ja nicht ahnen, dass
in dieser kleinen Stadt selbst die Bäckerei zur Mittagszeit geschlossen
hat. Also wieder zurück zum Marktplatz und zu den anderen. Ein wenig
später machen wir uns erneut auf den Weg. Nun können wir zwar etwas
kaufen, aber durch die Hitze ist mir jeglicher Appetit vergangen.
So kaufe ich mir nur eine Flasche Wasser und auf dem Weg zurück
zum Marktplatz stolpern wir in einer Seitengasse über Daniels geparktes Auto.
Eine gute Wahl, so nah am Marktplatz geparkt zu haben, wie sich (viel) später
noch herausstellen sollte. Der Marktplatz ist mittlerweile voller
schaulustiger, überwiegend älterer Menschen besetzt, die an den
Biertischgarnituren sitzen und sich unterhalten. Auch hat sich mittlerweile
herumgesprochen, dass "der Küblböck" da ist. Zurück an unserem Platz
vorne an der Bühne heisst es weiter warten, warten, warten und in
der Sonne schwitzen. Irgendwann weiche ich für eine Weile an die
Seite aus, wo die Biertischgarnituren im Schatten stehen. Aber diese
Hitze ist immer noch besser als Kälte oder Regen. Nach weiterem
endlosen Warten soll nachmittags mit Verzögerung endlich die Generalprobe
beginnen. Ich verlasse den Schattenplatz, um zu meinem Platz zurückzukehren.
Kurz danach kommt Daniel, bereits in dem Outfit für den Abend gekleidet,
aus dem Rathaus auf den Marktplatz. Er setzt sich an einen der Tische
und es dauert nicht lange, bis er von Omas, Opas und Jüngeren allen
Alters umgeben ist. Um die anderen auftretenden Künstler kümmert
sich keiner so recht. Daniel wird dafür umso mehr verlangt. Wir
beobachten die Szene von unserem Platz aus, wollen den vielen anderen
Leuten den Vortritt lassen.
Einige Zeit später geht die Generalprobe
wirklich los und Daniel sitzt an seinem Platz – seitlich von mir
ein paar Meter weiter weg.
Fortsetzung
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