Mit „Here comes the sun” begann Daniel Küblböck am 6. September 2008 in Mainz das Premierenkonzert seiner neuen Tour „Jazz meets Blues...wenn zwei sich verlieben“ und zeigte damit gleich, dass das Publikum ein anspruchsvolles und beschwingtes Programm erwartete.
Im Hintergrund Fotoleinwände von Audrey Hepburn, James Dean und Marilyn Monroe kündigte er auf der stilvoll mit Stehlampen, Lichterketten, Kristallleuchtern und bunten Scheinwerfen erleuchteten Bühne des „Frankfurter Hofs“ als nächstes einen neuen Song an, den Alfred Schüch für ihn getextet und dessen Musik Daniel zusammen mit Dennis Nixdorf komponiert hatte.
Dass ihnen bei „A thousand times“ ein fetziger Song mit Ohrwurmcharakter gelungen war, ließ sich an der Reaktion des Publikums erkennen, das zu Daniels stimmgewaltiger Interpretation und wilden Tanzeinlagen begeistert im Rhythmus mitklatschte. Kein Wunder, dass er jetzt schon seinen weißen Sakko ausziehen musste und sich erkundigte, ob Schweißflecken an seinem weißen, völlig durchgeschwitzten Hemd zu sehen wären, seine schwarze Krawatte behielt er allerdings trotzdem an.
Spätestens beim Saxophonpart und den Gesangsparts der beiden Background-Sängerinnen in „A thousand times“ konnte man auch hören, dass die Begleitband „Starlight“ für diese Tour aufgestockt worden war.
Zwischendurch kam Daniel immer mal wieder auf die Sendung „Promidinner“ zu sprechen, in der er u. a. Rettichspaghetti mit Chili zubereitet hatte, die genauso
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scharf gewesen seien wie die Sängerinnen. Später gestand er dann auch, dass er fertigen Pudding aus dem Becher genommen und in Ermangelung eines Nudelholzes den Plätzchenteig erst einmal mit Hilfe einer Sprudelflasche mit Noppen ausgerollt hatte. Diese Szenen seien aber geschnitten worden.
Mit der nun folgenden powervoll und stimmgewaltig gesungenen Interpretation des Ray Charles-Klassikers „I got a woman“ heizte Daniel dem Publikum weiter ein. Im Gegensatz dazu kündigte er mit nachdenklichen Worten den neuen Song „My lucky star“ an, den Timothy Touchton und Christian Maria Haug geschrieben hatten. Er wäre oft ein glücklicher Star gewesen, aber es hätte auch traurige Momente gegeben. Hauptsächlich zu Klavierbegleitung mit einem schönen Saxophonpart im Instrumentalteil sang Daniel in die Musik versunken die nachdenkliche Ballade, in der er sich bei seinem Glücksstern bedankt. Dieser romantische Song bekam vom Publikum dann auch jede Menge Beifall.
Für den folgenden Titel hätten seine Background-Sängerinnen eine Choreographie geübt, die Daniel kurz vorführen ließ. „Alles einprogrammiert, ähhh einstudiert“, kommentierte Daniel. Aber auch sein Publikum tanzte, sang und klatschte mit, während Daniel mit „In the morning“ förmlich „spielte“: mal mit sichtlichem Vergnügen kraftvoll, mal mit geschlossenen Augen leisere Töne singend. Daniel fand das Lied jedenfalls zu kurz und so sang er nach tosendem Applaus noch mal ein Stück a capella, bevor die Band wieder einsetzte und er es schließlich zur Freude der wieder mitklatschenden Zuschauer komplett wiederholte.
Auf eine völlig andere Weise faszinierte Daniels ergreifende Interpretation von „I know where I’ve been“, der man einfach nur zuhören wollte und die mit Standing Ovations honoriert wurde. Seinen Nummer-1-Hit „You drive me crazy” konnten die Konzertbesucher live bisher in immer wieder neuen Versionen hören und auch für dieses Programm war er noch einmal umarrangiert worden: In Mainz präsentierte Daniel eine eingängige, leicht verspielte, bluesige Variante, bei der es das mitsingende Publikum nicht mehr auf den Stühlen hielt. Im Anschluss stand eine ebenso überzeugende wie stimmgewaltige Darbietung des Amy Winehouse-Songs „Rehab“ auf dem Programm, mit der Daniel erneut eindrucksvoll zeigte, welche musikalische Weiterentwicklung er seit seinem ersten Hit hinter sich hat.
Wer das aber schon für den Höhepunkt der ersten Konzerthalbzeit hielt, musste anerkennen, dass Daniel jetzt noch eins drauf setzte: Er kündigte „I shall be released“ an, ein Song von Bob Dylan, der wunderbar zu ihm passe, gesungen von „Bob Kübi“. Die Sängerinnen und den Großteil der Band schickte er schon in die Pause. Nur von Akustikgitarre und der „Holzkiste“, wie Daniel das Cajón scherzhaft nannte, begleitet, sang er klar und in die Musik versunken und sorgte damit für Gänsehautfeeling, was mit entsprechendem Beifall honoriert wurde.
Fortsetzung
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