zurück zur Startseite
Aktuelles/Kommentare 15/26
Februar 2009
A lucky star on a night like this
Locker lässig geht es nach der Pause weiter: Sakko und Krawatte hatte Daniel Küblböck gegen T-Shirt, Hosenträger und schwarzen Hut getauscht. Es ging gleich los mit „On a night like this“, dessen Text Alfred Schüch für Daniel geschrieben hatte, die Musik dazu hatte Daniel gemeinsam mit Dennis Nixdorf komponiert. Dass Daniel von dem multikulturellen Lebensgefühl inspiriert wurde, während er nachts in seinem Nürnberger Wohnviertel unterwegs war und spontan tanzen wollte, kam bei diesem Gute-Laune-Ohrwurm auch bei den Zuschauern an: Zum treibenden Rhythmus des Songs und den funkigen Saxophonparts fingen auch sie an, mitzuklatschen oder die Choreographie von Daniel und den Sängerinnen nachzutanzen.
Daniel kam auf Silvester zu sprechen, da hätte er sich einiges einfallen lassen, er mache ja auch den DJ. Als Kostprobe sang er dann mal kurz „Sie liebt den DJ“ an. Soulige Töne stimmte Daniel mit „Me and Mr. Jones“ an. Amy Winehouse sei eine der besten Sängerinnen, die wir hätten, meinte Daniel zur Ankündigung des Titels. Romantische Stimmung kam auf, als Daniel die Ballade „Just like a woman“ von Bob Dylan sang.
Dass er auch ganz anders kann, ließ seine Vorwarnung beim nächsten neuen Song erahnen: „Es kommt ne Nummer ... Sie müssen sich jetzt bemühen, nicht nach vorne zu stürzen und mich zu berühren.“ Während Daniel mit ins Gesicht gezogenem Hut ganz cool „Sex on the rocks“ besang, zeigte er eine heiße Show und flirtete als Womanizer lasziv tanzend mit den beiden ihn umgarnenden Sängerinnen. Diese „Nummer“ honorierte das Publikum mit kräftigem Applaus und Daniel versicherte danach mit Engelszungen, er wäre ja die Unschuld vom Lande.
Als Überleitung zu einem Ray Charles-Klassiker erklärte Daniel, es sei manchmal traurig, eine Wochenendbeziehung zu führen, weil man den Partner zwischendurch so vermisse. Da sei ihm dieser Song eingefallen. Auch mit dieser stimmgewaltigen wie gefühlvollen Interpretation des Soultitels „Drown in my own tears“ begeisterte er die Konzertbesucher. Zur Einstimmung auf „Good lover“ sollten sie sich nun vorstellen, mit der Harley durch Deutschland zu fahren und dabei diesen neuen, von Timothy Touchton und Mats Björklund geschriebenen Song zu hören. Tatsächlich erwies er sich als Gute-Laune-Song mit fetzigen Saxophonparts, der dem Publikum sofort ins Ohr ging und zum Mitklatschen und Tanzen bewegte. Da war es auch kein Wunder, dass zum Erstaunen von Daniel die Fans relativ schnell den Refrain mitsingen konnten. Die gute Stimmung nutzte Daniel prompt und wiederholte den Refrain, um das Publikum weiter anzuheizen und ihn dann vom Publikum alleine singen zu lassen, bevor er den Song zu Ende sang. Dem stürmischen Applaus des Publikums nachgebend, stieg Daniel noch mal a capella in den Refrain ein, ließ ihn wieder vom Publikum singen, bevor er und die Band einstimmten und der Song gemeinsam zu Ende gesungen wurde.
Der nächste Song „In the middle of the night“, geschrieben von Yigal Bashan und Timothy Touchton,
war ebenfalls neu.
Er würde sich aber retro anhören, meinte Daniel. Eine verträumt-nachdenkliche Midnight-Blues-Nummer, bei der Daniels ausdrucksstarke, melodiöse Stimme voll zur Geltung kam. Mit Blues ging es auch weiter, dem Titel „Night time is the right time“ von Ray Charles. Die Stimmung war aber eine andere als zuvor: In dem beschwingten, von Daniel entsprechend powervoll dargebotenen Song, kam die Freude darüber zum Ausdruck, wenn man den Abend mit jemandem verbringen kann, den man liebt. Leider war der Sologesangspart einer Backgroundsängerin darin ziemlich schrill.
Mainz · © Christin Hasemann (Im Endeffekt)
Als letzten Song des Abends kündigte Daniel „The future lies within our hand“ an. Der neue Song, den Timothy Touchton und Ingo Sandhofen geschrieben hatten, eignete sich sehr gut als Konzertfinale. Mit seiner sehr rhythmischen musikalischen Umsetzung, schönen Gitarren- und Saxophonparts wurde er zum Ohrwurm und animierte das Publikum zum Aufstehen und Mitklatschen. Hinzu kam im Text die Botschaft, trotz aller Vielseitigkeit und Verschiedenartigkeit miteinander im Gespräch zu bleiben: „Let’s listen to each other and try to unterstand, the future lies within our hand“.
Allerdings wurde Daniels Versuch aufzustehen, während er sang, unfreiwillig lustig: Seine herabhängenden Hosenträger hatten sich so am Hocker verfangen, dass er nicht davon loskam. Unbeirrt weitersingend, bemerkte er scheinbar nicht, dass er bei seinem Gang über die Bühne den Hocker wie an einer Leine hinter sich herzog. Mit einer Hand versuchte er jetzt zwar, den Hosenträger zu lösen, schaffte es aber nicht. Da Daniel den Song offenbar partout nicht unterbrechen wollte, musste der Hocker ihm weiterfolgen – bis er kippte. Auch das störte Daniel erst einmal nicht, er sang profimäßig weiter und setzte sich währenddessen auf den am Boden liegenden Hocker. Anfangs leises Kichern der Zuschauer hatte sich angesichts von so viel Situationskomik inzwischen so gesteigert, dass alle im Saal sich vor Lachen bogen und sogar Zwischenapplaus spendeten. Daniels Team reagierte prompt und fotografierte die Szene für die Homepage. Jetzt musste auch Daniel loslachen, unterbrach aber nur für einen ganz kurzen Moment, um schließlich das Lied im Stehen zu Ende zu singen, als ob nichts gewesen wäre. Währenddessen half eine Background-Sängerin und befreite Daniel. In den tosenden Beifall am Ende seiner Darbietung hinein sang
 
Online-Magazin Im Endeffekt Ausgabe 17 · © 2003 - 2009 danielwelt.de · Impressum · Printausgabe