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Aktuelles/Kommentare 20/26
Februar 2009
„Wichtig ist, dass die Menschen aufhören, wegzuschauen“
Interview mit B16 für Kinder e.V.
IE: B16 für Kinder e.V. ist ein gemeinnütziger und mildtätiger Verein, der Anfang 2008 gegründet wurde: Gab es einen konkreten Anlass dafür? Was sind Ihre Ziele?
Karsten Schubert: Initiatorin des Vereins und Projekts ist Präsidentin Elke van Soest. Ihre Vorbilder sind diverse Projekte und Vereine, die im Prinzip das gleiche Ziel haben – einzig der Weg ist ein anderer. Die Grundidee von B16 ist, jedem Kind sein Recht auf eine glückliche und unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen. Kinder sind unsere Zukunft und sie sollten in einer Gesellschaft aufwachsen, in der Werte wie "Gleichheit", "Toleranz" und "Freiheit" ganz oben stehen. Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen in Deutschland, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, eine Perspektive zu geben. Wir möchten ihnen zeigen, dass Armut nichts ist, wofür man sich schämen muss. Außerdem sollen auch die betroffenen Eltern unsere Unterstützung erhalten.
IE: Welche Projekte unterstützt der Verein und in welcher Form?
Karsten Schubert: Wir fördern Kinder und deren Familie, die hierzulande in Armut leben. Mit dem Erlös werden Projekte unterstützt, die sich darauf spezialisiert haben, Kinderarmut in Deutschland abzubauen. Nachhaltigkeit ist uns bei der Projektauswahl besonders wichtig. Zu den Aufgaben und Zielen gehören:
  • offene Kinder-/Jugendarbeit
  • Hausaufgabenbetreuung
  • Tafeln
  • Beziehungsarbeit
  • soziale Hilfsangebote & Beratung
  • Kinderkulturarbeit
  • Partizipation
  • kreative Angebote wie Holz- Druckwerkstätten,
  • Basteln, Töpfern usw.
  • Freizeitpädagogik
  • Eltern- und Gemeinwesenarbeit & Netzwerkarbeit
  • IE: Im Rahmen des Projekts „Rock gegen Kinderarmut“ möchten Sie am 19. September 2009 um 19.09 Uhr in allen 16 Bundesländern zeitgleich Rock-Konzerte realisieren. Wie kamen Sie auf diese Idee? Haben Sie einen besonderen Bezug zu Rockkonzerten/Veranstaltern usw.?
    Karsten Schubert: Um die Bürger in Deutschland für dieses Thema zu sensibilisieren und "wachzurütteln" entstand die Idee für dieses Medienereignis mit bundesweiter Resonanz und einer der größten interkulturellen Treffpunkte der Republik mit reger Beteiligung der verschiedensten Bevölkerungs- und Volksgruppen.
    Der Bezug zu Rockkonzerten ist überwiegend privater Natur. Der Kontakt zu Veranstaltern entstand bereits in der Planungsphase.
    IE: Wie wird das denn konkret ablaufen?
    Karsten Schubert: In jedem der 16 Bundesländer wird ein großes Erlebnisareal für Familien und Kinder entstehen. Benefizkonzerte, Sport und Spiel, Interaktives, Phantasievolles, Beratungsangebote, Kulturelles und Themenparks sorgen für Unterhaltung, bereiten Spaß, fördern die Kreativität und bieten Orientierung. Unternehmen, Medien, Verbände und öffentliche Einrichtungen treten in den Dialog mit den Besuchern und präsentieren sich, ihre Leistungen und Projekte.
    IE: Für dieses Projekt werden Sie von prominenten „Botschaftern“, z. B. Daniel Küblböck, unterstützt. In welcher Form beteiligen sich die Botschafter und Partner von B16 für Kinder e.V. / Rock gegen Kinderarmut an dem Projekt?
    Karsten Schubert: Uns ist wichtig, dass unsere Prominenten nicht nur ihren Namen hergeben, sondern sich persönlich engagieren. Nehmen wir Daniel einmal als Beispiel. Nachdem er auf seinem Internetauftritt bekannt gegeben hatte, dass er neuer Botschafter für uns ist, hat sich dies auch auf unserer Web-Site bemerkbar gemacht. Plötzlich hatten wir viele neue Besucher, die sich sofort rege an Diskussionen beteiligt haben. Daniel hat da sehr viele Ideen und wir werden zukünftig noch einiges darüber berichten, inwieweit er den Verein unterstützt.
    IE: Wie kam der Kontakt zu Daniel Küblböck zustande? Haben Sie seine aktuelle Entwicklung verfolgt?
    Karsten Schubert: Der Kontakt kam über Xing zustande. Daniel hatte auf einen Aufruf von unserer Präsidentin geantwortet und spontan seine Unterstützung angeboten. Und da wir von Daniels sozialem Engagement sehr angetan sind, haben wir ihn nach Rücksprache mit seinem Management mit Wohlwollen als Botschafter involviert.
    IE: Gibt es viele Probleme zu bewältigen, z. B. was das Organisieren der Locations, Botschafter oder sonstige Unterstützung betrifft?
    Karsten Schubert: Natürlich ist es kein Zuckerschlecken, aber bedingt dadurch, dass im Prinzip jeder die Idee mit seinen Mitteln unterstützen möchte, kommen wir jeden Tag unseren Zielvorstellungen näher. Und wenn einmal etwas nicht sofort klappt, öffnet sich eine andere Tür. Unsere Präferenz bei den Locations liegt bei denen, die geschichtlich eine hohe Bedeutung haben und/oder anderweitig außergewöhnlich sind.
    IE: Mussten Sie auch Absagen hinnehmen von Künstlern hinsichtlich deren Unterstützung des Projekts?
    Karsten Schubert: Natürlich können nicht alle zusagen. Dies sind aber durchweg terminliche Probleme und liegt nicht daran, dass die Künstler nicht wollen.
    IE: Was kann jeder Einzelne – also auch der, der nicht im öffentlichen Interesse steht – tun, um Ihr Projekt zu unterstützen oder ganz allgemein das Thema Kinderarmut zu lindern?
    Karsten Schubert: Prinzipiell kann und sollte jeder etwas tun. Wichtig ist, dass die Menschen aufhören, wegzuschauen oder sich tatenlos aufzuregen,
     
    Online-Magazin Im Endeffekt Ausgabe 17 · © 2003 - 2009 danielwelt.de · Impressum · Printausgabe