Stand by me...
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wahrscheinlich schweineteuer und nicht gerade sehr schön, obwohl: von hinten sieht das Hemd sogar noch
ganz okay aus. Dazu in der unmöglichen Kombination mit einer braunen
verwaschenen Cordhose. Aber was wäre Daniel schon ohne er selbst
zu sein. Das Outfit tut dem Übrigen natürlich keinen Abbruch und
stört mich nicht weiter. Im ersten Moment wirkt es nur sehr unvorteilhaft
und gewöhnungsbedürftig. Dennoch gefällt mir das besser als das
weiße Hemd samt Schlips aus der ersten Runde.
Nach dem Lied läuft Daniel zum Bühnenrand und kommt mit einem Pokal
in der Hand zurück, den er von den Fans vor dem Konzert überreicht
bekommen hat. Stolz hält er den Preis für das 70. Livekonzert
hoch, damit auch der Letzte diesen schönen Pokal sehen kann. Er
strahlt ins Publikum, freut sich sichtlich und bedankt sich noch einmal.
Foto: Annett Koht
Bernhard steht mit der E-Gitarre neben ihm. Zögernd greift Daniel
nach der E-Gitarre und hängt sich diese um. Schon vor der Show
haben wir erfahren, dass er E-Gitarre spielen wird und auch "Stand
by me" singen wollte. Und jetzt kann ich es kaum erwarten. Er
fängt an zu spielen, ein paar Akkorde nur. Der Jubel ist riesig,
die Halle tobt. Daniel möchte uns nun "Stand by me" vorspielen,
weil ihn und uns dieses Lied auf vielen Konzerten begleitet hat.
Wunderschön. Gänsehautfeeling pur. Irgendwie anders und speziell.
Genau im richtigen Moment. Das gesamte Publikum applaudiert und
Daniel wirkt so frei während er singt. Wir singen mit. Bernhard
steht am Bühnenrand und schaut sich das Spektakel an, klatscht
mit. Fred spielt auf der anderen E-Gitarre mit Daniel zusammen
ein Solo. I won´t be afraid.. I won't cry, I won't cry... No,
I won't shed a tear... Ich könnte heulen vor Freude. Stundenlang
zusehen und zuhören. Am Ende kommt soviel Jubel und Applaus, wie
ich es selten bei Daniel gehört habe. Der Hirsch kriegt sich nicht
mehr ein. Daniel auch nicht, er strahlt immer weiter. Bis es ihm
zu viel wird und er findet, dass es genug ist. Aber wir applaudieren
trotzdem weiter, sogar "Zugaberufe" ertönen.
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Danach nimmt das Programm seinen üblichen Lauf. Wie immer, aber
trotzdem anders. So, wie es immer anders ist. Und neu und aufregend.
Einfach schön. Ein bisschen Zeit zum Genießen. Daniels Laune scheint
immer noch gut zu sein. Er erzählt sehr viel, macht Witze und lacht.
Variiert mit der Stimme am Ende der Lieder. So wie ihm gerade danach
ist. Vor "Roboter" zerbeißt Daniel einen Luftballon. Soll verstehen,
wer will. Lustig wars auf jeden Fall, aber der Sinn ist wohl irgendwo
verloren gegangen. Vielleicht wollte er durch das Helium eine Mickeymaus-Stimme
bekommen, hat aber – falls dem so gewesen sein sollte – nicht geklappt.
Ein weiteres Highlight für mich ist heute Abend "Flugzeuge im Bauch".
Ich finde dieses Lied von Daniel gesungen immer wahnsinnig schön,
aber schon nach den ersten Worten bin ich total platt und überwältigt
von soviel Emotionen, die aufkommen und nicht mehr gehen wollen.
Kann nichts mehr essen, kann dich nicht vergessen... Aber auch das
gelingt mir noch...
Bei "Warum" leuchtet ein Meer aus Feuerzeugen
über die Köpfe hinweg, super schön. Von der Bühne aus bestimmt noch
schöner anzusehen. Bei "Einsamkeit" singen wir wieder lauthals mit
und die Racers geben jeweils ein Solo zum besten. Es ist schön zu
merken, dass sie mit Daniel so gut harmonieren, zumindest mir geht
es so, dass ich denke, er hätte nichts Besseres finden können. Ich
trauere Starmix nicht hinterher, finde die Racers besser und fand
sie von Anfang an, damals in Eggenfelden, sehr gut. Sympathisch,
jung und interessant, vor allem in Mischung mit Daniel.
Der letzte Song ist "Ich werde dich finden". Wieder hallt uns ein unaufhörliches
Echo um die Ohren, immer wieder.Du bist ganz nah bei mir... bei
mir... bei mir... Du bist ganz nah bei mir... bei mir... Ich fühle
mich zum richtigen Moment am richtigen Ort. Nirgends sonst kann
es gerade so schön sein. Dann ist plötzlich zuende, Daniel und die
Racers verschwinden hinter der Bühne.
Wir wollen noch nicht gehen, nach den lauten "Zugabe"-Rufen kommen Bernhard
und Daniel zurück auf die Bühne. Daniel schnappt sich noch einmal
die E-Gitarre, kündigt an, noch einmal für uns "Stand by me" zu
singen, weil wir das Lied so lieben. Ja, Daniel. Wir lieben es.
Ich finde es jetzt sogar noch schöner als vorhin, genieße jeden
Moment, jedes Wort, jeden Klang... Man merkt Daniel an, dass er
noch nicht gehen will. Wieder sehr viel Jubel nach dem Lied. Daniel
springt vor Freude im Kreis, hüpft dabei so hoch er kann umher.
Ich habe fast Angst, dass er vor Freude ins Schlagzeug springt.
Dann reisst er an seinem Hemd herum, reisst es sich buchstäblich
vom Körper. Das Hemd landet direkt in den Händen der, die vor mir
steht und es glücklich an sich reißt. Aber Daniel auf der Bühne
ist noch glücklicher, kriegt sich auch nicht mehr ein. Zum ersten
Mal kann ich das Tattoo für etwas länger "ganz und in echt" sehen.
Es gefällt mir, sieht an Daniel wie für ihn geschaffen aus. Genau
so muss es sein und genau so muss es aussehen. Als wäre es immer
da
Fortsetzung
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