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Erlebnisberichte 7/11
Februar 2009
Aufzeichnung Kocharena
Auf die Plätze - fertig - los - Zeit: 25 Minuten. Der Koch geht relativ entspannt und routiniert an die Zubereitung. Lucy dagegen fegt wie ein Hurrikan durch ihre Küche und ich ahne, bei Daniel wird es auch nicht entspannter zugehen… Dieser sitzt derzeit noch relaxt mit Erika Berger zusammen und beide scheinen sich köstlich zu amüsieren, während Lucy sich durch die Küche kämpft. Der Rest der Mannschaft darf die letzten Minuten dem jeweiligen Kandidaten helfen und tut dieses dann auch, so gut es halt geht. Der Countdown läuft für Lucy 10, 9, 8 ...
Zur Belohnung wird die erste Champagnerflasche geköpft. Da es sich hier um keine Live-Sendung handelt, wird eine ganz kurze Pause eingelegt und Daniel bittet in vertrauter Weise gleich: "Biiitteee, können wir noch zwei Minuten Pause machen. Ich muß mal gaaanz dringend!" Klar, ein großes Glas Wasser und a bisserl Champagner finden langsam keinen Platz mehr. Doch gnadenlos, wie das Fernsehen sein kann - es geht nicht… und Herr Küblböck rutscht etwas unruhig auf seinem Sitz hin und her ... echt gemein, aber er hat sich unter Kontrolle bzw. die aufsteigende Nervosität lässt seinen Druck irgendwie vergessen?!
Es geht weiter, der „Zufallsgenerator“ schnappt sich diesmal Joey Kelly, der voller Ehrgeiz sofort loslegt. Jeder Griff ist überlegt, seine Gesichtszüge wirken angespannt und lassen nicht ein einziges Lächeln zu. Alles ist auf Kämpfen und Siegen programmiert und scheint nichts mehr mit Spaß an der Sache zu tun zu haben. Wahrscheinlich, um die Situation etwas zu entspannen, schlägt der Moderator vor, dass Joey doch mal ein irisches Lied anstimmen soll, was er auch - nicht weniger perfekt - vorträgt.
Danach soll nun Lucy ein Lied ihrer Heimat singen, auch dieses hört sich sehr schön an. Last but not least soll nun Daniel etwas aus seiner Heimat, also Eggenfelden bzw. Bayern, zum Besten geben. Und was kommt: Da simma dabei, dat is prima, viva Colonia ... dabei heizt er noch das Publikum an, mitzusingen und macht eine Minipolonaise mit Lucy. Echt süß und halt wieder mal typisch Daniel. Er meint dazu, er wäre halt flexibel und wir wären ja hier in Kölle.
Derzeit ist Joey mit seinem Gericht, ich glaube Weißwürstel aus Zander auf Proseccokraut, fertig.
Die Beurteilung fällt bei den drei Juroren Calmund & Co ziemlich gut aus, wie vorher auch bei Lucy.
Jetzt ist Pause und Daniel darf… So langsam bekomme ich einen steifen Nacken, da die Stühle nicht die bequemsten sind und man ja meistens in eine bestimmte Richtung starrt ... ja ich gebe es zu!
Langsam finden sich alle wieder ein und Daniel schlendert noch ein bisschen durch die Küche, wobei er herzhaft in einen Apfel beißt, der auf einem Korb liegt. Zum Glück keine Attrappe. Das wäre es noch gewesen. Dann reißt Daniel den Kühlschrank auf und greift freudestrahlend eine Flasche Bier heraus. Der Kameramann liefert den dazu benötigten Flaschenöffner. Halt ein richtiger Bayer, wo Bier unter Grundnahrungsmittel läuft.
Vorher gibt es nach Bitten des „Vorturners“ noch eine nicht so kölsche, sondern jazzige Gesangseinlage von
Daniel mit „Fly me to the moon“ und der „Vorturner“ steppt ziemlich gekonnt dazu. Schade nur, dass das nicht im Fernsehen übertragen wird.
Fly me to the Moon · © Angelika Henneke
Es geht weiter, aber diesmal erwischt es Erika Berger. Sie soll irgendwie ein Omelett mit Kräutern und Tomaten auf Ruccola zaubern. Emsig geht sie an die Arbeit und Daniel lehnt sich erst einmal zurück. Letztendlich sieht das besagte Omelett mit Gemüse bei Erika Berger eher wie ein Rührei aus, aber egal. Das Urteil der Jury fällt noch einigermaßen gnädig aus.
Es folgt noch eine Pause, in der wir uns erst einmal die Beine vertreten. Nach und nach finden sich alle wieder ein, auch Daniel ist wieder da. Er schaut sich kurz um und ich grinse ihn an und sage so in etwa: "Na, dann bist du ja wohl gleich fällig. Wie geht es dir?" Darauf meint er: "Mies, echt mies. Wenn ich gleich nicht mehr da bin, hab ich mich über Schleichwege verdrückt." Ich meine nur: "Du machst das schon." Seine Mimik verrät mir, dass er sich da nicht mehr so ganz sicher ist, aber er bleibt tapfer sitzen und harrt auf die Dinge, die da auf ihn zukommen.
Diesmal ist es soweit und der „Zufallsgenerator“ zeigt auf Daniel. Na ja, so viel Möglichkeiten kommen ja langsam nicht mehr in Frage. Das zu kochende Gericht für Daniel soll Zitronenhuhn an Polenta sein. Vor einer Woche hätte er noch gar nicht gewusst, was Polenta ist, gibt Daniel ehrlich zu.
Und nun beginnt Daniels Kochshow: Er flitzt nicht weniger hektisch als Lucy in der Küche herum.
Hier ein Topf, da eine klappernde Pfanne, in die man schon mal Öl rein gießt. Wasser in einen Topf, Zitronen, Zitronengras, eine Tüte Milch... Wo ist die Schere? Keine da, also Messer her. Die halbe Milch schlabbert auf den Boden… Der Moderator fühlt sich durch Daniels - nennen wir es mal „außergewöhnliche“ - Kochweise wie magisch angezogen und steht ihm dabei fast auf den Füßen. Zudem nervt er ihn noch mit irgendwelchen Fragen und Sprüchen, wie z.B: "Eigentlich wollten wir dir ja ein Gurkengericht aussuchen" ... alles Dinge, die Daniel im Moment gar nicht mag.
Er wird immer wuschiger und hat immer noch ein ziemlich bedrohlich aussehendes Messer in der Hand. Damit scheucht er den Moderator fürs erste aus seinem Kochbereich. Da Daniel hektisch hier ein bisschen und da
 
Online-Magazin Im Endeffekt Ausgabe 17 · © 2003 - 2009 danielwelt.de · Impressum · Printausgabe