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Aktuelles 1/18
Dezember 2004
Ekstase, Eros, Engelsstimme...
Wer so grübelt, hat Recht. Da stimmt wirklich etwas nicht. Deutschlands Medien haben es versäumt, dem geneigten Zuschauer, respektive Leser, mitzuteilen, dass sich das Potenzial eines Menschen in zwei Jahren explosionsartig entwickeln kann und genau dies auf Daniel Küblböck zutrifft wie wohl auf keinen zweiten Künstler der aktuellen Musikszene.
Und damit kommen wir zum Konzert, über das sich im Nachhinein sagen lässt, dass sich das – für einige buchstäblich tagelange – Warten unbedingt gelohnt hat. 19:30 Uhr. Die auf hunderte Fans angewachsene frierende Menschenschlange windet sich langsam in die mollig warmen Räume des „atelier“, einem perfekten Ambiente für das, was bald kommen sollte. Der Zuschauerraum gliedert sich in eine kompakte Halle und einen Rundumbalkon – eine Art Amphitheater, das die Atmosphäre verdichtet, jedem gute Sicht auf die Bühne bietet und das Eintauchen in den Dunstkreis des Künstlers ermöglicht, was gerade bei Daniel Küblböcks Konzerten das A und O ist.
Denn Daniel führt keine Show vor. Er nimmt den ganzen Raum und alles und jeden darin in Besitz, kaum, dass er die Bühne betreten hat, und alles tanzt nach seiner Pfeife. Den bereits Konzerterfahrenen rast der Puls ob der Vorfreude, den Neulingen vor Aufregung. Der Laden brummt, lange bevor auch nur eine Haarsträhne von Daniel zu sehen ist. Seine – übrigens ausgezeichnete – 5-Mann-Band „Starmix“ eröffnet mit einem mitreißenden „Let me entertain you“ das Happening. Dankbar nutzt das Publikum dieses Ventil für die aufgestauten Emotionen und singt und klatscht kräftig mit. Als die Band in Daniels ersten No.1 Hit „You drive me crazy“ übergeht, glaubt man, lauter könne die Masse nun nicht mehr toben – doch weit gefehlt. Nach etlichen, die Erwartung ins schier Unerträgliche steigernden, Wiederholungen erscheint endlich ER auf der Bühne, und es bricht ein Brausen los, dass einem gleich Assoziationen mit dem Heiligen Geist an Pfingsten in den Sinn kommen und der Balkon unter dem Druck der Schallwellen erzittert. Himmel! Was IST das nur? Es ist ein wirklich sehr zierlicher junger Mann mit der Wirkung eines Sprengsatzes, der ganz Luxemburg so platt wie Holland machen könnte. Wie kann das sein? Der Versuch zu verstehen ist zwecklos, die Energiewelle greift um sich, ihrem Sog kann man sich nicht entziehen. Warum auch – gerade dieses Ergriffenwerden selbst zu erleben ist wohl entscheidend, will man überhaupt irgendetwas über dieses Phänomen „Daniel Küblböck in Concert“ begreifen. Daniel singt, tanzt, spielt, redet ... mit einer Präsenz und Intensität, die man bei einem 19jährigen einfach nicht für möglich hält und die man auch bei wesentlich älteren im Biz nur selten findet.
Magie in Mühldorf
Stadtsaal Mühldorf, 4. November, ausverkauft: Mit einem furiosen Konzert startete Daniel in die neue Live-Saison.
PE-Live-DVD
Sehnlichst erwartet und
Radio Positive Energie
Im Januar geht's los: Neues vom
Foto: Silke Krohn
Medien machen Meinung...
... und manchmal anders als geplant:
Da ist etwas in seiner Stimme, von dem das ureigenste Innere tief berührt wird. Sie klingt wunderschön, enorm kraftvoll und voluminös aus seinem schlanken Körper, aber das allein ist es nicht. Sie ist buchstäblich magisch, da ist etwas, das durch diese Stimme transportiert wird und bei den Zuhörern auf starke Resonanz stößt. Die Unfähigkeit, in angemessenen Worten zu beschreiben, wie sich das anhört, oder vielmehr anfühlt, lässt viele zu Hilfsbegriffen wie „Engelsstimme...“ greifen – auch mich. Irgendwie ist das alles hier nicht wirklich von dieser Welt, und doch auch wieder besonders menschlich, irdisch und erdig, voller Eros, voller Leben. Dafür, dass man nicht in rein geistige Sphären entschwebt, sorgen das bildschöne Aussehen des jungen Protagonisten, seine Physiognomie und das umwerfend gekonnte Spiel mit der Erotik – ein mit schlafwandlerischer Sicherheit vollführter Drahtseilakt. Er gleitet selbst in den gewagtesten Outfits nie ins Schmuddelig-Peinliche ab, reizt jedoch das Maximum des gerade noch Erlaubten bis haarscharf an die äußerste Grenze aus. Genial! Und kaum hat er sie so weit, dass sie mit hochroten Ohren und verdächtig schnell gehendem Atem – nein, das liegt nicht am Mittanzen – verstohlen nach etwas zum Festhalten suchen, um sich selbst daran zu hindern, die Bühne zu stürmen und ihn einfach an sich zu reißen, da grinst er sein charmantestes Kleinjungenlächeln des Triumphes in die Menge und hebt alle aus ihren erotischen Fantasien empor auf eine wesentlich höhere Stufe. Denn jetzt folgt eine Ballade, da braucht er uns auf einer anderen Ebene, und er kriegt uns – er kriegt uns immer.
Das Tempo, in dem diese extremen Metamorphosen vom Bengel zum Engel geschehen, raubt einem die Sinne, willenlos ausgeliefert tut man alles, was er will. Ältere Herren schwenken lächelnd ihre Arme im Rhythmus der Musik, die Bedienung vergisst das Bedienen und schmilzt dahin, Daniel macht das Peacezeichen, alle machen das Peacezeichen, Daniel winkt, alle winken zurück. Das geht schneller, als der Verstand denken kann, dass das nicht geht.
 
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